Litauen

 

Geographie

Litauen befindet sich im Süden des Baltikums. Die Zuordnung der Gesamtregion wiederum ist umstritten und wird neben geographischen Faktoren auch von historisch-kulturellen und politischen Aspekten beeinflusst. So wird das Baltikum sowohl Nordeuropa, Mitteleuropa, Osteuropa und Nordosteuropa zugeordnet.
Litauen grenzt im Norden an Lettland, im Osten und Südosten an Weißrussland. Die Grenze zu Polen im Süden ist nur etwa 100 Kilometer lang, stellt aber die wichtigste Verbindung nach Mittel- und Westeuropa dar. Nach Südwesten schließt sich als Exklave die russische Oblast Kaliningrad an, die Grenze wird teilweise von der Memel gebildet. Im Westen liegt die Ostsee, zu der Litauen über den Hafen Klaipėda Zugang hat.
Geografen des Institut Géographique National, des nationalen Geographieinstituts Frankreichs, errechneten 1989 den geographischen Mittelpunkt Europas und ermittelten eine Stelle im Dorf Purnuškės etwas nördlich von Vilnius.

 

Klima

Das Klima in Litauen ist ein gemäßigtes Kontinentalklima. Der an der Küste vorherrschende Westwind trägt warme und feuchte Luft von der Ostsee ins Landesinnere.
Wärmster Monat ist der Juli mit durchschnittlich 17 °C, kältester Monat der Januar mit durchschnittlich −5,1 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 6,2 °C. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 661 mm, im Südwesten deutlich darüber, im Norden darunter.

 

Umwelt

Es gibt über 200 Naturschutzgebiete verschiedener Bestimmung und verschiedenen Ranges in Litauen. Dazu gehören fünf Nationalparks, sieben Schutzgebiete nach der Ramsar-Konvention, vier Totalreservate und dreißig Regionalparks. Über 14 Prozent der Landesfläche werden von Naturschutzgebieten eingenommen, wie etwa dem Gebiet Praviršulio tyrelis. Ein unter Moorkundlern sehr bekanntes Hochmoor ist das Moor Aukštumala zwischen Sowetsk und Klaipėda, da es weltweit das erste Moor war, dem eine spezielle Monographie (C.A. Weber, 1902) gewidmet war. Während der westliche Teil noch sehr gut erhalten ist, wird im östlichen Teil von einer Tochter der deutschen Firma Klassmann-Deilmann großflächig Torf abgebaut. Das Hochmoor ist Teil des Regionalparks Memel-Delta.

 

Sprachen

Die polnischsprachige Minderheit in Litauen lebt vor allem in der Umgebung von Vilnius (poln. Wilno)
Litauisch als Muttersprache sprechen ca. 2.694.000 Einwohner (inklusive der Sprecher des Schemaitischen). Das Litauische gehört zu den baltischen Sprachen, zu denen auch das Lettische zählt. Es gilt in vielen Eigenschaften als besonders archaisch und daher der rekonstruierten indogermanischen Ursprache besonders nahestehend.
Polnisch sprechen ca. 358.000, Russisch ca. 344.000, Weißrussisch ca. 63.000, Ukrainisch ca. 45.000, Tatarisch ca. 5.100, Lettisch ca. 5.000, Karaimisch ca. 300.
In Klaipėda (Memel) und auf der Kurischen Nehrung finden sich noch einige Litauer, die Deutsch sprechen. Polnisch ist im östlichen Teil, besonders in den ländlichen Regionen um Vilnius und im Gebiet um die Ortschaft Dieveniškės, häufig anzutreffen, da dort trotz der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg eine große polnische Minderheit verblieben ist. Durch die lange Präsenz des Russischen in Litauen hat sich das von den Polen gesprochene Polnisch teilweise mit russischen Wörtern und Ausdrücken vermischt, das nun als litauisches Polnisch gesprochen wird.
Während Russisch bei älteren Litauern (>35 Jahre) noch als Lingua Franca gilt, übernimmt bei den Jüngeren nunmehr das Englische diese Rolle.

 

Symbole und Heilige

  • Das Staatswappen zeigt einen gegen Westen reitenden Reiter (lit. vytis, zu vyti ‚jagen, verfolgen‘). Das litauische Wappen ist seit 1366 belegt.
  • Der Patron Litauens ist der Heilige Kasimir. Die Kasimirsmesse findet jedes Jahr am Wochenende vor dem 3. März in der Altstadt von Vilnius statt. Es werden Erzeugnisse des traditionellen und Kunsthandwerks angeboten und alte Künste und Gewerbe gezeigt.
  • Häufig anzutreffen ist eine Skulptur des Schmerzensmannes, litauisch Rūpintojėlis (dt. „der sich kümmernde“) genannt. Diese zeigt Jesus Christus in sitzender Haltung, das Kinn auf die Hand gestützt in sinnierender Haltung. Sie ist nichtkanonisch, weshalb eine Herkunft aus der vorchristlichen Religion erwogen wird. Als Souvenirs kann man kleine Skulpturen in vielen litauischen Galerien kaufen.
  • Bernstein ist ebenfalls ein typisches, häufig angebotenes Souvenir des Baltikumreisenden, auch wenn die meisten Steine aus der Oblast Kaliningrad stammen.
  • Der Berg der Kreuze (lit. Kryžių Kalnas) befindet sich bei der Stadt Šiauliai (dt. Schaulen). Er symbolisiert auch den Kampf der Gläubigen und der Kirche gegen Sowjetmacht.
  • Die Weinraute, obwohl nicht in Litauen heimisch, gilt als Nationalblume. Sie war (und ist) insbesondere im Hochzeitsbrauch unabdingbar. Jetzt ist sie mithin noch in dörflichen Gärten und auf Friedhöfen anzutreffen.

 

Gesellschaft

Seit der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1991, die von breiten Bevölkerungsschichten unterstützt wurde, ist die Zustimmung zur Demokratie hoch. Dementsprechend haben sich relativ gefestigte Institutionen entwickelt. Auch bildeten sich in Litauen zunehmend gesellschaftlich verankerte Interessengruppen heraus, die Rolle der Gewerkschaften ist allerdings eher unbedeutend. Generell herrscht eher Skepsis gegenüber staatlichen Einrichtungen und den Entscheidungen des Parlaments.
Der Einfluss der Kirche in Litauen nahm seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 stark zu. Homosexualität wurde 1993 zwar legalisiert, sie ist aber nach wie vor weithin ein Tabu.

 

Kultur

Litauen wird von vielen verschiedenen kulturellen Einflüssen geprägt. Da ist zum einen die lange Selbstständigkeit und Aufrechterhaltung einer nichtchristlichen Staatsreligion, die lange gemeinsame Geschichte mit Polen, Beziehungen zur Hanse und im Ostseeraum, Zugehörigkeit zum russischen Zarenreich. Hierher stammen die in den Großstädten nicht zu übersehenden orthodoxen Kirchen. Im Westen des Landes ist hanseatisch-nordeuropäische Tradition mit starken deutschen, dänischen und schwedischen Einflüssen sichtbar, z. B. (Backsteingotik, Fachwerkhäuser). Im Osten, besonders in Vilnius, sind vielfach polnische Kulturelemente präsent.
Die barocke Altstadt von Vilnius ist ein UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso wie die Dünen auf der Halbinsel Kurische Nehrung (Neringa) und die archäologische Stätte Kernavė.

 

Tourismus in Litauen, jährlich mehr Besucher

Das Ministerium für Tourismus in Litauen hat die Zahlen des ersten Halbjahres ausgewertet. Immer mehr Besucher strömen nach Litauen, um Land und Leute, Kultur und Natur kennenzulernen.

Anhand der statistischen Daten des Ministeriums für Tourismus sind in der ersten Hälfte des Jahres 7,7% mehr Besucher nach Litauen gekommen. Insgesamt haben 1,29 Millionen Menschen ihren Urlaub im südlichsten Land des Baltikums verbracht. Etwa 46% davon waren Einheimische, 54% waren Besucher aus dem Ausland, die meisten aus Belarus, Deutschland und Polen. aber auch die Zahl der Touristen aus Großbritannien, USA, Frankreich und Italien hat zugenommen.
Kooperation statt Konkurrenz

Die Baltischen Staaten, Litauen, Estland und Lettland, arbeiten gemeinsam daran, den Tourismus im Baltikum voranzutreiben. Bei der Tourismusmesse Baltic Connecting Anfang September präsentieren sich die baltischen Staaten interessierten Tourismusunternehmen. Im Sinne von Kooperation statt Konkurrenz werden Touristen dazu eingeladen, alle drei Staaten zu besuchen. Das lohnt sich vor allem für Besucher, die aus großer Entfernung anreisen. Das Baltikum möchte mehr Interessierte auch in China, Japan oder Korea ansprechen. Die Zahlen für die Hauptsaison in Juli, August und September liegen natürlich noch nicht vor, doch sicherlich werden die Zahlen des ersten Halbjahres noch einmal getoppt werden. Schließlich ist ein Besuch des Baltikums mit seinen malerischen Städten, der atemberaubenden Natur und den Ostseestränden für jeden ein einmaliges Erlebnis.

 

Gesundheitstourismus

Im Südlitauen gibt es sehr viele Heilquellen und heilenden Moorschlamm. Seit Jahrhunderten etablierten sich in den Gebieten von Druskininkai und Birstonas Kurbetriebe, die nach dem EU Beitritt des Landes wieder an Attraktivität gewannen und stätigen Gästezahlen Zuwachs aus Deutschland und anderen EU Länder verzeichnen. Durch den Fleiß, gepaart mit dem schien unaufhaltbaren Unternehmungsgeist der Litauer entstanden neue auf alten Kurtraditionen aufgebauten Kurhäuser und Sanatorien, die bis zu 1500 Gäste gleichzeitig aufnehmen können. Dabei bleib das Gefühl der Gemütlichkeit erhalten. Diese Sanatorien zählen zu den besten und beliebtesten in Europa. Wahrscheinlich nicht die letzte Rolle spielt auch das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis.

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